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Was steckt dahinter ?

Was steckt dahinter ?

Klimabündnis Österreich & Klima-Bündnis Lëtzebuerg BürgerInnen 31 Juli 2019
Bild oben: Two men work on repairing and refilling breached sections of embankments as part of the North-East Irrigated Agriculture Project. Sri Lanka. Photo © Dominic Sansoni / World Bank. Photo ID: DSA0233SLA World Bank

 

97% der Klimaforscher sind sich einig, dass der Klimawandel auf anthropogene, also menschen-gemachte Ursachen zurückzuführen ist und eine schleichende Bedrohung für die Menschheit darstellt. Für Forscher ist der Klimawandel also Tatsache, für Bürgerinnen und Bürger dagegen oft schwer nachvollziehbar.

Seit dem Beginn der Diskussionen über den Klimawandel gab es auch kritische Stimmen hinsichtlich dieses komplexen Sachverhalts. Man hört leider immer noch die Ansichten der sogenannten Klimaskeptiker. Aus ihrer Sicht wird eine grundlose Klimahysterie geschürt. Mitausgelöst bzw. verstärkt wird dieser Trend durch zwei Faktoren. Zum einen durch das Erstarken der konservativen bzw. rechtspopulistischen Bewegungen, deren unwissenschaftliche Aussagen immer wieder aufzeigen, wie leichtfertig eine auf wissenschaftlichen Daten beruhende Tatsache mit simplen und oft polemischen Aussagen in Zweifel gezogen wird. Das gegenwärtige politische Umfeld wird aus diesem Grund vermehrt als post-faktisch bezeichnet. Dies bedeutet, dass politisches Handeln nicht mehr nur von Fakten, sondern wesentlich mehr von persönlichen und parteipolitischen Bedürfnissen, Reflexen und Aversionen gesteuert wird.

Zum anderen nimmt die steigende Interaktion in sozialen Medien alarmierende Tendenzen an. Auf der von Millionen Usern – darunter auch Tausende Luxemburger – genutzten Plattform Facebook ist das Phänomen der „Filterbubble“ dafür verantwortlich, dass Benutzer in einer Informationsblase isoliert werden. Mithilfe von Algorithmen werden Informationen ausgeschlossen, die den bisherigen Meinungen, Ansichten und Wertvorstellungen widersprechen. Klimaskeptiker und deren näheres Umfeld sehen somit hauptsächlich Beiträge, die ein Umdenken weitestgehend blockieren und die skeptische Haltung unterstützen.

Diesen Tendenzen muss entgegengewirkt werden. Wir befinden uns im Informationszeitalter, weshalb es umso wichtiger ist, möglichst schnell gut durchdachte und möglichst einfach formulierte, jedoch fundierte Gegenargumente zu liefern und Handwerkszeuge zu entwickeln, die diese gefährliche Dynamik abbremsen können.

Das Projekt

Das Projekt

Klimabündnis Österreich & Klima-Bündnis Lëtzebuerg BürgerInnen 31 Juli 2019
Bild oben: PV modules on the Highmar senior housing carports in Boulder, CO. (Photo by Dennis Schroeder / NREL)

 

Klim(a)rgumentéieren basiert auf dem vom österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus geförderten Projekt „Klimawandel am Stammtisch“ des Klimabündnis Österreich. Hier geht es darum, die Art und Weise, wie der Klimawandel artikuliert wird, in den Mittelpunkt zu stellen. Wie unter dem Punkt „Was steckt dahinter“ ersichtlich wird, ist Kommunikation rund um das Thema Klimawandel entscheidend. Denn Fakten zu vermitteln, ist schwieriger als man denkt. Wie sie aufgenommen werden, ist von vielen Einflussfaktoren abhängig.

Überzeugungen, Wertvorstellungen, Erfahrungen, Interessen, das soziale und digitale Umfeld und andere Faktoren tragen maßgeblich dazu bei, wie Fakten zum Klimawandel aufgenommen und verarbeitet werden. Es geht darum, zielgruppengerecht, alltags- und praxisnah, klar und einfach zu kommunizieren, Emotionen zu wecken und in Folge den Klimaschutz attraktiver zu machen.

In vielen Gemeinden gibt es Klimateams und Kommissionen, die sich mit der Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen beschäftigen und meist von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, manchmal auch von lokalen NGOs oder Bürgerinitiativen vorangetrieben werden. Genau diese Personen gilt es in diesem Projekt als MultiplikatorInnen zu gewinnen. Am Stammtisch, beim Familienessen, in den sozialen Medien, im Gemeinderat, oder aber auch beim Seniorenkaffee können sie Leute erreichen, die dem Klimawandel immer noch mit Skepsis begegnen. Mit den richtigen Handwerkszeugen kann eine neue und einprägsame Sicht auf die Klimakrise mit all ihren Facetten ermöglicht werden.

Holen wir gemeinsam den Klimawandel aus seiner rein wissenschaftlichen Schublade heraus und lassen ihn soziale Realität werden! Sprechen wir darüber. Bringen wir ihn in den Alltag. Verknüpfen wir ihn mit Geschichten und Botschaften.

 

            

 

Über das Klima-Bündnis

Seit mehr als 25 Jahren setzen sich die Mitgliedskommunen des Klima-Bündnis mit ihren indigenen Partnern der Regenwälder für das Weltklima ein. Mit über 1.700 Mitgliedern aus 26 europäischen Ländern ist das Klima-Bündnis das weltweit größte Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz widmet, und das einzige, das konkrete Ziele setzt: Jede Klima-Bündnis Kommune hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren.

Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung. Das Netzwerk fördert die Zusammenarbeit mit indigenen Völkern, führt Kampagnen zur Bewusstseinsbildung durch und entwickelt Instrumente für die Klimaschutzplanung. Es bietet den Mitgliedern zahlreiche Möglichkeiten zur Partizipation sowie zum Austausch untereinander und vertritt ihre Interessen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

In Luxemburg gründeten 1995 einige Gemeinden zusammen mit den Nichtregierungs-Organisationen „Action Solidarité Tiers Monde “ und „Mouvement Ecologique“ das Klima-Bündnis Lëtzebuerg.

Momentan sind 40 Luxemburger Kommunen (Stand März 2019) hierin Mitglied. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, werden u.a. untereinander Erfahrungen ausgetauscht, Vorschläge für Initiativen unterbreitet, gemeinsame Aktionen durchgeführt, Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Jugendhäusern angeboten …. Außerdem fungiert das Klima-Bündnis Lëtzebuerg auch als Sprachrohr der Gemeinden in Sachen Klima-, Entwicklungs- und Energiepolitik gegenüber der nationalen und europäischen Ebene. Auch wenn jede Gemeinde autonom handelt, profitiert sie doch von den Erfahrungen und Initiativen der anderen Mitglieder in Luxemburg und Europa sowie der Partnerorganisationen ASTM und Mouvement Ecologique.

Die Arbeit des Klima-Bündnis Lëtzebuerg wird durch die luxemburgischen Ministerien zuständig für Kooperation/Entwicklungshilfe und Nachhaltige Entwicklung unterstützt.