Botschafter Luxemburgs informiert Indigene in Tocantins/Brasilien über die Ratifizierung der ILO169-Konvention

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Botschafter Luxemburgs informiert Indigene in Tocantins/Brasilien über die Ratifizierung der ILO169-Konvention

Botschafter Luxemburgs informiert Indigene in Tocantins/Brasilien über die Ratifizierung der ILO169-Konvention

Patrick Krãnipî Aus der Praxis 3 Juli 2018

Am 27. Februar 2018 stimmte die Deputiertenkammer Luxemburgs einstimmig für die Ratifizierung der ILO Konvention 169 zum Schutze indigener Völker weltweit. Damit werden die indigenen Rechte auf angestammtes Land, auf ihre Kulturen und Sprachen sowie das Recht auf Konsultation bei großen wirtschaftlichen Projekten, die ihre Umwelt beeinflussen, weiter gestärkt.

Im Juni besuchte der Luxemburger Botschafter in Brasilien, Carlo Krieger, Projekte der Fondation partage.lu-Bridderlech Deelen mit dem brasilianischen Indiomissionsrat CIMI in Zusammenarbeit mit zehn indigenen Völkern in Amazonien. Die Luxemburger Delegation wurde von rund 600 Xerente Indios in ihrem Reservat im Tocantins empfangen. Sie stellten ihre Traditionen vor und Häuptlinge der indigenen Völker der Xerente, Apinajé und Krahô berichteten von den Herausforderungen und Gefahren, die ihnen von der weißen Gesellschaft, der Politik, von Staudammprojekten sowie landwirtschaftlichen Monokulturen und Pestizideinsätzen drohen.

Empfang durch Vertreter der Indigenen Xerente, Apinajé und Krahô (© CIMI 2018)

Der Botschafter informierte die Indigenen, dass die Luxemburger Regierung die ILO Konvention 169 ratifiziert hat, ein Prozess, der in einem langjährigen Einsatz vom Klima-Bündnis Lëtzebuerg sowie von den Organisationen ASTM, Caritas und partage.lu-Bridderlech Deelen gefordert wurde. Ebenso besuchte die Delegation das Volk der Krahô-Kanela und der Krahô in ihren Gebieten nahe der Bananalinsel am Rio Araguaia.

Zur Zeit werden die indigenen Rechte, die in der brasilianischen Verfassung von 1988 verankert wurden, massiv von Interessen der Rohstoffindustrie und Agrobusiness im brasilianischen Kongress bedroht durch eine Vielzahl an Verfassungsänderungs-vorschlägen, die zum Stopp der Demarkationen von indigenen Gebieten, ja sogar zur Revision schon abgeschlossener Gebietsanerkennungen führen würden. Besonders gefährlich ist der Änderungsvorschlag PEC 215, der die Grundrechte der Indigenen auf ihr Land abschaffen will.

 

Patrick Krãnipî

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