Faktencheck Klimawandel 2

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Faktencheck Klimawandel 2

Faktencheck Klimawandel 2

Klimabündnis Österreich & Klima-Bündnis Lëtzebuerg BürgerInnen 31 Juli 2019
Bild: Floods in Mindanao, Philippines, March 2012. Even apparently solid structures made from concrete and bricks were simply lifted up from their foundations and carried along by the raging torents, displacing some 400,000 people. Photo Credit: Mathias Eick EU/ECHO

 

Bei Gesprächen über den Klimawandel stößt man leider immer noch auf widersprüchliche und wissenschaftlich nicht gefestigte Behauptungen, die trotz aller Polemik immer noch weit verbreitete Meinungen sind. Diesen wollen wir mit folgender Faktensammlung den Wind aus den Segeln nehmen. Gemeinsam können wir Klarheit schaffen und Schritt für Schritt die Stolpersteine zugunsten des Klimaschutzes beseitigen. Kommunizieren wir zielgerichtet Fakten und lassen wir uns von falschen Behauptungen nicht verwirren.

 

Behauptung Nr. 4:

Seit 1998 ist die Erwärmung zum Stillstand gekommen. Wegen sinkender Sonnenaktivität wird der Klimawandel demnächst pausieren.

Fakt ist aber: Es gab und gibt keine „Pause“ der Erderwärmung – der Langfristtrend ist lediglich durch natürliche Schwankungen verdeckt worden. Auch nach 1998 hat sich die Erde weiter erwärmt. Generell verläuft die Erderwärmung nicht in einer geraden Linie. Die Oberflächen­temperaturen schwanken von Jahr zu Jahr. In sehr kurzfristigen Betrachtungen kann das Jahr 1998 als Höhepunkt der Erwärmung erscheinen, weil es aufgrund eines starken El Niño ungewöhnlich heiß ausfiel. Für aussagekräftige Einschätzungen aber müssen längere Zeiträume betrachtet werden – und der langfristige Trend zeigt weiterhin klar nach oben.

Von Seiten der Skeptiker wird hier immer wieder mit natürlichen Faktoren, wie den Schwankungen der Sonneneinstrahlung argumentiert. Die Sonnenaktivität habe nämlich nach 1998 eine Ruhepause eingelegt. Diese Reduktion des Oberflächen-Erwärmungstrends ist zwar zum Teil auf die reduzierte Sonneneinstrahlung zurückzuführen, aber das ist ebenfalls nur ein kurzer Trend, der sich auch nur auf die Lufttemperatur bezieht. Die Erwärmung der Ozeane lässt sich durch solch kurze Schwankungen nicht irritieren. Laut Berechnungen könnte eine Reduktion der Sonneneinstrahlung im Laufe des 21. Jahrhunderts lediglich zwischen 0,06 – 0,3°C Temperaturrückgang verursachen. Durch die CO2-Emissionen drohen uns im schlimmsten Fall laut IPCC allerdings 4,8°C Erwärmung der globalen Mitteltemperatur. Eine abnehmende Sonnenaktivität in den kommenden Jahrzehnten würde also, selbst wenn sie extrem ausfällt, nur sehr, sehr wenig an der menschengemachten Erderwärmung ändern.

 

Behauptung Nr. 5:

Die Natur setzt viel mehr CO2 frei als der Mensch. Der menschen-gemachte Beitrag ist viel zu gering, um Auswirkungen auf das Weltklima zu haben. 

Fakt ist aber: Durch Atmung, Gärung und Verwesung werden auf natürlichem Wege pro Jahr 550 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigegeben. Der Mensch führt diesem natürlichen System durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zusätzlich CO2 hinzu, 2018 waren es laut Internationaler Energieagentur (IEA) um die 33 Milliarden Tonnen! Der Mengenunterschied ist markant, aber erst durch die zusätzlichen Emissionen wird ein Ungleichgewicht hergestellt und die atmosphärische Balance und somit das Weltklima aus dem Gleichgewicht gebracht.

 

Behauptung Nr. 6:

Wie wollen wir das Klima vorhersagen, wenn wir es nicht einmal mit dem Wetter für die nächsten 2 Wochen schaffen?

Fakt ist aber: Das Wetter bezieht sich auf kurzfristige Zeitspannen. Es ist chaotisch, sodass seriöse Prognosen über einen längeren Zeitraum unmöglich sind. Das Klima bezieht sich hingegen auf lange Zeiträume von mindestens 30 Jahren. Daraus ergeben sich Mittelwerte, die insbesondere bei der Temperatur schon klare Aussagen zulassen. Klimazonen werden z.B. durch Bäume definiert. Die Verbreitung des Olivenbaums wird mit dem Mittelmeerklima gleichgesetzt. In Luxemburg sprechen wir vom Eichen- bzw. Buchenklima. Beim globalen Klimawandel verursacht durch die zusätzlichen Klimagase geht es um eine grundsätzliche Aussage: Die Klimasphäre des Planeten Erde erwärmt sich!

Vergleichbar ist dies mit einem Menschen, der zum Arzt geht. Dieser misst unsere Körpertemperatur. Unser Körper ist bei einer Betriebstemperatur von 36,5°C gesund. Unser Planet Erde ist bei 15°C im Gleichgewicht. Der Arzt interessiert sich nicht für die Temperatur an der Nasenspitze oder an der Handfläche. Auch ein Klimawissenschaftler will nur wissen, ob sich die Temperatur rund um den Planeten ändert – das Klima einer Region ist weniger von Interesse. Er trifft Aussagen über die Klimasphäre die unseren Planeten umschließt. Sie wird auch Troposphäre genannt und ist im Durchschnitt nur 12 km dünn.

 

Quellen:

http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/4917389/Skandinavien_Das-Nordland-wird-zum-Weinland

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