Ecuador fördert Öl am Rand des unberührten Regenwalds in Yasuní

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Ecuador fördert Öl am Rand des unberührten Regenwalds in Yasuní

Ecuador fördert Öl am Rand des unberührten Regenwalds in Yasuní

Klima-Bündnis Lëtzebuerg Aktionen mit Süd-Partnern 18 Mai 2016

Beginn der Erdölförderung im Yasuni-Nationalpark

Wie der Guardian berichtet, hat Ecuador begonnen Erdöl am Rand von unberührtem Regenwald zu fördern, der von zwei in freiwilliger Isolation lebenden indigenen Völkern bewohnt wird. Die als Tiputini C bekannte Bohrplattform, die nur wenige Kilometer von der peruanischen Grenze im Yasuní-Nationalpark arbeitet, wird nur die erste von fast 200 Bohrlöchern sein, die benötigt werden, um das ganze Rohöl im Ishpingo-Tambococha-Tiputini-Block (ITT) zu fördern. Indigene, Regenwald-Aktivisten und viele weitere Ecuadorianer befürchten, dass die Ölförderung im Yasuní-Nationalpark zu Verschmutzung, Zerstörung der Wälder und einer Dezimierung der nomadischen Tagaeri und Taromenane führen wird.

Partnerorganisationen des Klima-Bündnis im ecuadorianischen Amazonasgebiet

Die luxemburgischen Klima-Bündnis-Gemeinden kennen die Folgen der Erdölförderung und die Situation im ecuadorianischen Amazonasgebiet sehr gut: Sie unterstützen seit mehr als 10 Jahren Projekte im ecuadorianischen Amazonasgebiet, derzeit die Frente de Defensa de la Amazonia, die den Erdölkonzern ChevronTexaco auf Behebung der Umweltschäden verklagt hat, die dieser Konzern dort verursacht hat. Auf zwei Studienreisen dorthin konnten Gemeindevertreter sich mit eigenen Augen ein Bild von den katastrophalen Auswirkungen der Erdölförderung machen.

Hintergrund Yasuni-Initative

Mit der Yasuni-Initiative hatte die ecuadorianische Regierung 2007 den Vorschlag gemacht, die rund 920 Millionen Tonnen Erdöl im Block Ishpingo-Tambococha-Tiputini unter dem Yasuní-Nationalpark nicht zu fördern, wenn die Hälfte der zu erwarteten Einnahmen von der Weltgemeinschaft erstattet wird. Dies hätte ermöglicht, den Nationalpark mit seiner einzigartigen Biodiversität für zukünftige Generationen zu erhalten und einen starken Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu leisten. Die Gelder aus diesem Yasuní-Fonds sollten eine nachhaltige Entwicklung des Landes unabhängig vom Erdöl finanzieren.

2013 hatte der ecuadorianische Präsident Rafael Correa die Yasuni Initiative für gescheitert erklärt. Weltweit hatte Ecuador für den Fonds 3,5 Milliarden US-Dollar einwerben wollen. Eingegangen waren jedoch nur 336.000.000 US-Dollar. Insgesamt 15 Regierungen hatten dem Projekt bislang ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Zu den Unterstützern gehörte damals auch die luxemburgische Regierung, die 2012 eine Million Euro für den Treuhandfond des Yasuni-Parks zugesagt hatte. Das Klima-Bündnis Lëtzebuerg hatte sich seit Jahren bei der luxemburgischen Regierung für das Projekt eingesetzt, unter anderem durch eine einstimmig verabschiedete Resolution auf der Generalversammlung 2008.

Weiterführende Informationen:

 

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