Klima-Bündnis Lëtzebuerg begrüßt Unterstützung für Yasuní

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Klima-Bündnis Lëtzebuerg begrüßt Unterstützung für Yasuní

Klima-Bündnis Lëtzebuerg begrüßt Unterstützung für Yasuní

Klima-Bündnis Lëtzebuerg Aus der Praxis 27 Juni 2012

Das Klima-Bündnis Lëtzebuerg begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der luxemburgischen Regierung, sich am Yasuní-Vorschlag der Regierung Ecuadors zu beteiligen. Minister Marco Schank verkündete am Dienstag bei einer Pressekonferenz zum Rio+20-Gipfel, dass die luxemburgische Regierung dieses zukunftsweisende Projekt mit einer Million Euro aus dem Fast Start Finance-Programm des Kyoto-Fonds unterstützen werde. Luxemburg leistet hier einen wichtigen Beitrag zur Realisierung eines Projektes, das in einzigartiger Weise den Schutz des Weltklimas mit dem Schutz des Regenwaldes, der Artenvielfalt und seiner Bewohner verbindet.

Ein zukunftsweisendes Projekt

Der Yasuní-Nationalpark im Amazonasregenwald von Ecuador beherbergt eine außergewöhnliche biologische Vielfalt und ist deshalb als Biosphärenreservat der UNESCO anerkannt. Zudem ist er das Rückzugsgebiet der indigenen Gruppen der Tagaeris und der Taromenanes, die den Kontakt mit der Außenwelt ablehnen. Im Untergrund des Yasuní-Nationalpark wurden jedoch große Erdölreserven ausgemacht (rund 900 Millionen Barrel), deren Förderung unweigerlich die Zerstörung des Regenwalds bedeuten würde.

Ecuador gilt als eines der ärmsten Länder Lateinamerikas und ist dringend auf die Einnahmen der Erdölförderung angewiesen. Dennoch möchte die Regierung Ecuadors den Nationalpark erhalten und hat vorgeschlagen, die Vorkommen unangetastet zu lassen, wenn die internationale Gemeinschaft im Gegenzug die Hälfte der entgangenen Einnahmen aufbringt. Dadurch würde der Regenwald erhalten bleiben und rund 400 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, was einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz bedeuten würde. Die Gelder der internationalen Gemeinschaft werden vom Multi Donor Trust Fund des UN-Entwicklungsprogrammes zweckgebunden verwaltet, und zwar für Wiederaufforstungsprogramme, für die Erschließung von erneuerbaren Energiequellen und für Projekte zur Stärkung der lokalen Gemeinschaften im Yasuní-Gebiet.

Das Klima-Bündnis Lëtzebuerg forderte seit 2008 einen Beitrag zum Yasuní-Projekt

Die Gemeinden im Klima-Bündnis Lëtzebuerg kennen die Folgen der Erdölförderung und die Situation im ecuadorianischen Amazonasgebiet sehr gut: Sie unterstützen seit über 10 Jahren Projekte in dieser Region, derzeit die Frente de Defensa de la Amazonia, die den Erdölkonzern ChevronTexaco erfolgreich auf Behebung der Umweltschäden verklagt hat, die dieser Konzern dort verursacht hat. Auf zwei Studienreisen dorthin konnten Gemeindevertreter sich mit eigenen Augen ein Bild von den katastrophalen Auswirkungen der Erdölförderung machen. Außerdem berichteten Vertreter der ecuadorianischen Zivilgesellschaft auf drei Vortragsreisen durch die Klima-Bündnis Gemeinden in Luxemburg von der Situation.

Aufgrund dieser Orts- und Sachkenntnis forderten die Gemeinden in ihrer Generalversammlung im November 2008 die Regierung einstimmig in einer Resolution auf, den Yasuní-Vorschlag Ecuadors zu unterstützen. Durch ihr internationales Engagement nehmen die Klima-Bündnis Gemeinden den Slogan « Global denken, lokal handeln » und die internationale Solidarität ernst und treiben wegweisende Vorschläge voran.

 

Weitere Infos zur Situation im Erdölfödergebiet in der Broschüre "Regenwald & Menschenrechte" (PDF-Format)

 

Heft_Regenwald____final.pdf

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