„Wir werden nie aufhören für Gerechtigkeit zu arbeiten“ Ermordung von ASTM-Partner Ben Ramos auf den Philippinen

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„Wir werden nie aufhören für Gerechtigkeit zu arbeiten“  Ermordung von ASTM-Partner Ben Ramos auf den Philippinen

„Wir werden nie aufhören für Gerechtigkeit zu arbeiten“ Ermordung von ASTM-Partner Ben Ramos auf den Philippinen

Birgit Engel, ASTM/Klima-Bündnis Lëtzebuerg Aktionen mit Süd-Partnern 6 Dezember 2018

Am 6. November wurde der Rechtsanwalt Ben Ramos, Direktor unserer Partnerorganisation PDG und langjähriges Mitglied des MASIPAG-Netzwerkes auf den Philippinen, von Auftragskillern erschossen.

Seit der Amtsübernahme von Duterte im Jahr 2016 wurden rund 23.000 Menschen, die zum größten Teil zu den ärmsten Sektoren der Gesellschaft gehören, infolge seiner Anti-Drogen-Kampagne ermordet und 143.000 Menschen inhaftiert. Ben Ramos ist der 34. Anwalt, der unter der Duterte-Regierung getötet wurde. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Getöteten politische Gefangene, Menschenrechtsverteidiger, mutmaßliche Rebellen oder Entwicklungshelfer waren.

Ben Ramos wurde abends vor einem Geschäft in Kabankalan, Negros Island, von zwei Männern erschossen. Obwohl er schon lange wusste, dass er in Gefahr war, hörte er niemals auf, für die Rechte der Kleinbauern, landlosen Landarbeiter und Fischer auf der Insel Negros zu kämpfen. Zuletzt hat er den Nationalverband der Zuckerrohrarbeiter rechtlich unterstützt, nachdem im Oktober in der Stadt Sagay neun seiner Mitglieder von bewaffneten Männern ermordet wurden.

Die ASTM verurteilt diesen Mord gemeinsam mit anderen Partnerverbänden und der PDG. Dies ist ein weiteres Beispiel für die zunehmende Kriminalisierung von Organisationen der Zivilgesellschaft auf den Philippinen, die wegen ihrer Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte an vorderster Front bei Angriffen der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte stehen. Sie sind täglich mit Problemen konfrontiert, die mit der zunehmenden Militarisierung, illegalen Verhaftungen, außergerichtlichen Tötungen und falschen Anschuldigungen der Zugehörigkeit zu terroristischen Gruppen verbunden sind.

Ben Ramos besuchte zuletzt im November 2016 Luxemburg, nachdem er zuvor am Monsanto Tribunal in Den Haag teilgenommen hatte. „Ben war ein äußerst engagierter, leidenschaftlicher Mensch, der seine juristischen Fähigkeiten in den Dienst des Kampfes um die Landrechte der Kleinbauern und einer nachhaltiger Landwirtschaft stellte, während er sich der enormen Risiken seines Lebens bewusst war. Mehrere ASTM-Mitglieder hatten ihn in den letzten Jahren während der ASTM-Missionen auf den Philippinen oder bei seinen Besuchen hier getroffen. Wir befinden uns wirklich in einem Schockzustand“, sagt Julie Smit, eine Freiwillige der ASTM.  Ben Ramos war in der Vergangenheit bereits mehrfach bedroht worden. 2006 und 2007 wurde er von militärischen Geheimdiensten überwacht und konnte im Jahr 2007 nur knapp vor einem Attentat fliehen. Im April 2018 war sein Bild auf einem öffentlichen Plakat erschienen, in dem er angeblich behauptete, dass er und andere zu einer illegalen bewaffneten Bewegung gehörten.

Seit Juni 2018 nimmt die militärische Präsenz und der Druck auf der Insel Negros zu. Rocio Albertos, ASTM-Projektmanagerin für Asien und den Nahen Osten, konnte diese Situation während ihrer letzten Mission im Sommer 2018 erleben: „Ich habe bei meiner letzten Mission im Sommer eine starke Präsenz der militärischen und privaten Überwachungsteams festgestellt. Zum Beispiel mussten wir einen großen Umweg machen, um die lokalen Organisationen in einer Zuckerrohrplantage zu besuchen, um bewaffnete Hacienda-Sicherheitsteams zu vermeiden. Leider waren diese Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend. Ben machte damals noch mehrere Witze darüber, dass er beschuldigt wurde, Terrorist zu sein. Einmal sagte er aber auch zu mir: „Rocio, wir werden nie aufhören – mit oder ohne Finanzierung – für Gerechtigkeit zu arbeiten.“ Leider wurde er aufgrund dieser unermüdlichen Energie, seines Engagements und der durch seine Arbeit erzielten Ergebnisse wie viele andere Menschenrechtsverteidiger ermordet. »

Die ASTM wird weiterhin gemeinsam mit den Klima-Bündnis-Gemeinden die alarmierende Situation von Menschenrechtsverteidigern auf den Philippinen anprangern und Gerechtigkeit für Opfer von Menschenrechtsverletzungen fordern.

Die Partnerorganisation MASIPAG wird aktuell von den beiden Mitgliedsgemeinden Lorentzweiler und Dudelange unterstützt. Im Mai 2019 wird voraussichtlich Cris Panerio, Nationalkoordinator von MASIPAG, nach Luxemburg kommen. Im Rahmen der Klima-Bündnis-Plénière werden dann alle Gemeinden die Gelegenheit haben, aktuellste Informationen zur Situation auf den Philippinen zu erhalten.

Auch die luxemburgische Regierung gab eine Erklärung zu der Ermordung von Ben Ramos ab: https://astm.lu/luxembourg-ministers-jean-asselborn-and-romain-schneider-strongly-condemn-the-assassination-of-human-rights-defender-ben-ramos/

 

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