Renaturierung des Kiemelbach

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Renaturierung des Kiemelbach

Renaturierung des Kiemelbach

Guy Spanier, A.C. Schifflange Aus der Praxis 7 Juli 2020

Die Gemeinde Schifflingen wird mit der Renaturierung des Kiemelbach sowie dem letzten Teilstück der Alzette zwischen den Naturschutzgebieten am Brill und am Pudel alle Bachläufe auf dem Gemeindegebiet zu 100% in einen naturnahen Zustand bringen. Diese Projekte reihen sich ein in ein Gesamtkonzept im Rahmen dessen im Jahre 2000 der Teilabschnitt „am Brill“ renaturiert wurde und im Jahre 2005 und 2006 die Bachaue zwischen Dumontshaff/Neimillen und Lameschermillen revitalisiert wurde.

Momentan laufen die Arbeiten am Kiemelbach westlich und östlich der Verbindungsstraße (CR168) zwischen Schifflingen und Foetz. Die massiven Regenfälle im Winter haben die im November begonnen Arbeiten ausgebremst. Im Zuge der Corona-Krise standen die Bagger weitere Wochen still. Ende April konnten die Arbeiten wiederaufgenommen werden.

Im Rahmen der Renaturierung wird der Kiemelbach in den Thalweg verlegt, also den topografischen Tiefpunkt des Gebietes. Sein Bett wird verbreitert und die Ufer werden abgeflacht. Dies ermöglicht eine Ausbreitung des Baches bei starken Regenfällen. Ein erhebliches Retentionsvolumen kann mit dieser Maßnahme geschaffen werden und wird die Hochwasserspitze im Unterlauf des Alzettetales abflachen.

Die Renaturierung ist ebenfalls ein Biotopgenerator. Durch das sich ausbreitende und sich wieder zurückziehende Wasser entstehen unterschiedliche Biotope, Fließgewässer, stehende Gewässer, Übergangsflächen die mal trocken, mal feucht sind. Alle diese Flächen bieten Lebensräume für viele verschiedene Vegetationsformen und verschiedene Tierarten.

Durch eine größere Wasserfläche und hierdurch einen erhöhten Sauerstoffeintrag und mit Hilfe des Sonnenlichtes wird die Kapazität der Selbstreinigung des Baches stark erhöht werden. So können leichte Verschmutzungen vom Bach selbst verdaut werden.

Im Zuge der Arbeiten am Bachlauf wird parallel auch ein Schmutzwasserkollektor verlegt, mit dessen Hilfe der heute leider noch vorhandene Schutzwassereintrag in den Kiemelbach gestoppt werden kann.

Parallel wurden Überlegungen angestrengt wie der Eintrag von Nitrit und Nitrat sowie hohe pH-Werte aus dem Sickerwasser der Schlackenhalde, gelegen zwischen Monnerich und Esch-Alzette die in den Kiemelbach eingeleitet werden, neutralisiert werden können. Hier steht die Entscheidung der staatlichen Verwaltungen noch aus.

Momentan wird neben der Verlegung des Schmutzwasserkollektors das Winterbett (die Bachbreite im Winter, bei hoher Wassermenge) des Kiemelbach ausgehoben. In einer nächsten Phase wird dann das Sommerbett (Niedrigwasserablauf) modelliert. Am Ende der Sommerferien wird die Straßenquerung des CR 168 in Angriff genommen, für die eine zeitweise Straßensperrung unabdinglich ist.

Im Herbst soll dann der Bach in sein neues Bett umgeleitet werden.

Die Kiemelbachrenaturierung ist Teil des grenzüberschreitenden Großprojektes „A(l)qua“ im Rahmen dessen die Wasserqualität der Alzette und ihrer Zuflüsse verbessert werden soll. Neben der nationalen Unterstützung durch den Wasserfonds werden die Arbeiten auch durch die EU finanziell unterstützt via INTERREG und FEDER-Programme.

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