Der lebende Wald

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Dietmar Mirkes Aus der Praxis 29 April 2015

Am 29.4., dem Tag nach dem Klimadag, trafen sich 22 Teilnehmer aus der Forstverwaltung, aus Gemeinden und Umweltorganisationen sowie interessierte Einzelpersonen zu einer außergewöhnlichen Begegnung mit Eriberto Gualinga aus Sarayaku in Bettemburg. „Was können wir von den Indigenen Amazoniens für unseren Umgang mit dem Wald lernen?“ so lautete die zentrale Frage.

Bei herrlichem Sonnenschein führte Danièle Murat die Gruppe am Vormittag durch den frisch ergrünten Naturwald von Bettemburg, und anschließend gab es Erklärungen zum Bongert Aldenhoven mitsamt Picknick dort.

Den Workshop am Nachmittag im Centre Culturel von Hüncheringen leitete Eriberto Gualinga mit dem Kurzfilm „Kawsak Sacha“ zum Lebensraum der Regenwaldgemeinde Sarayaku ein und stellte sich den Fragen der Teilnehmer. Claude Parini von der Forstverwaltung gab einen umfassenden Überblick über die Wälder Luxemburgs und ihre Bewirtschaftung, und Roger Schauls vom Mouvement Ecologique gab zahlreiche Anregungen aus Sicht des Umweltschutzes. Die Diskussion mit den Referenten machte allen Teilnehmern klar, wie sehr sich doch die Wälder Luxemburgs und Amazoniens unterscheiden, zum Beispiel durch unsere Fixierung auf die Holznutzung und durch die Zerstörung der Lebensräume der Tiere.

Ein Ausschnitt des Films „Der Gesang der Blume“ gab den Teilnehmen einen Einblick in die Mingas, die gemeinschaftlichen Arbeiten, und in die naturreligiöse Philosophie der Indigenen. Es wurde in der Debatte offensichtlich, wie groß unser Informationsdefizit über das Leben der Indigenen ist, aber gleichzeitig auch das Interesse der Teilnehmer, mehr darüber zu erfahren. Dem gesteckten Ziel, herauszufinden, was wir von den Indigenen für unseren Umgang mit dem Wald lernen können, kam man in der sehr intensiven Gruppenarbeit zwar nur ein kleines Stück näher, dafür aber ist der Samen für eine weitergehende Beschäftigung mit dem Leben und den Werten der Indigenen Amazoniens gelegt.

Die Koordination wird weitere Schritte in Richtung eines Waldprogramms ausarbeiten. Interessierte Gemeinden können bei der Koordination den Film « Der Gesang der Blume » (58 min, in D oder F-Version) für eine abendliche Vorführung mit anschließender Debatte ausleihen.

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