Die Klimakonferenz in Belém ist anders als ihre 29 Vorgängerinnen. Sie steht unter dem Zeichen des Amazonasflusses, in deren Mündungsdelta sie stattfindet. Für uns, Raymond Klein und David Hoffmann, Vertreter von Klima-Bündnis und ASTM, stand sie unter dem Zeichen der Hitze: Ein paar Tage später angekommen als geplant, sind wir von einem Event zum nächsten gehastet, bei Temperaturen zwischen 26 und 32 Grad. Und gerade als der Endspurt anfangen sollte, also heute Donnerstag, blieb nach ein paaar Stunden alles stehen.
In der Zone B der Länderpavillons war ein Feuer ausgebrochen und alle Teilnehmer*innen wurden evakuiert. Böse Zungen behaupten, dem Amazonas habe der Verlauf der Verhandlungen nicht gefallen: Schon am Montag hatte es starke Gewitter gegeben und das Wasser war unter anderem am Luxemburger Pavillon eingedrungen … Und heute, wo die brasilianische Präsidentschaft der COP ein paar Punkte im Eiltempo über die Bühne bringen wollte, haben die Naturgewalten wieder zugeschlagen. Immerhin, die Luxemburger Teilnehmer*innen sind alle wohlauf, und auch sonst soll es keine Verletzten gegeben haben.
Inhaltlich betrachtet gibt es Grund zur Sorge über den weiteren Verlauf der #COP30. Nicht so sehr, weil bisher wenig Resultate erzielt wurden, sondern weil der Präsident von Brasilien, Luiz Inácio #Lula da Silva es so eilig hat: Er möchte Ergebnisse erzielen, um nicht mit leeren Händen zum G20-Gipfel am Samstag zu kommen, der am Samstagmorgen in Johannesburg beginnt.
Die Vertreter*innen der Zivilgesellschaft hier in Belém haben den Eindruck, dass sämtliche Länder und Ländergruppen zögern, etwas Konkretes auf den Verhandlungstisch zu legen: Garantien für konsequente Klimafinanzierungen seitens des globalen Nordens, ein Bekenntnis zu einem verpflichtenden Ausstieg aus den fossilen Energien seitens des Südens. In den Augen der Zivilgesellschaft gehört beides zusammen, und es erscheint nicht realistisch, aus den fossilen Energien auszusteigen, ohne eine globale gerechte Transition vorzusehen. Für uns liegt der Ball hierbei ganz klar beim globalen Norden, der das Vertrauen des Südens zurückgewinnen muss. Wenn der Norden und an erster Stelle Europa, den politischen Mut dafür aufbringen, dann verfügen sie über die Mittel, eine große Geste in Sachen Finanzierung zu machen.
Die Gefahr aber ist, dass alle zögern, ehrgeizige Engagements auf den Tisch zu legen. Wenn dann das Tempo angezogen wird, kommen die Verhandlungen zwar schnell zu einem Ergebnis, doch wird dieses auf einen Minimalkompromiss hinauslaufen. Für eine COP, die so große Erwartungen geweckt hatte, wäre das ein dramatisches Scheitern.
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